Zopfmuster stricken

Vier einfache Strickmuster mit Anleitung

Strick- & Häkelanleitungen

Einfache Strickmuster entstehen oft nur durch unterschiedliche Folgen aus rechten und linken Maschen. Mit Umschlägen oder verkreuzten Maschen kommen luftige Lochmuster und plastische Zöpfe hinzu. Hier findest du vier Muster mit Anleitung: Perlmuster, Vollpatent, Zopfmuster und Lochmuster.

Die Übersicht zeigt dir zuerst, welches Muster zu deinem Projekt und deinen Vorkenntnissen passt. Stricke anschließend ein Probestück, bevor du das Muster in einen Pullover, Schal oder eine Mütze übernimmst.

Welches Strickmuster passt zu deinem Projekt?

MusterSchwierigkeitWirkungGeeignet fürBeachten
Perlmustereinfachkörnig, beidseitig attraktivSchals, Decken, Blendenbenötigt etwas mehr Garn als glatt rechts
Vollpatentmittelweich, voluminös, elastischSchals, Loops, Bündchenhoher Garnverbrauch; Maschen sind schwerer zu korrigieren
Zopfmustermittelplastisch, klassischPullover, Mützen, StirnbänderZopf- oder Hilfsnadel erforderlich
Lochmustermittelluftig, dekorativTücher, leichte OberteileUmschläge und Abnahmen müssen sich ausgleichen

Wenn du rechte und linke Maschen noch nicht sicher beherrschst, beginne zuerst mit Stricken für Anfänger. Das Perlmuster ist danach der einfachste Einstieg in diese Auswahl.

Das brauchst du für ein Musterstück

– glattes, helles Garn, an dem die Maschen gut erkennbar sind;
– passende Stricknadeln entsprechend der Garnbanderole;
– für das Zopfmuster zusätzlich eine Zopf- oder Hilfsnadel;
– Maßband und optional Maschenmarkierer;
– Papier oder Reihenzähler zum Notieren der gestrickten Reihen.

Die Nadelstärke auf der Banderole ist ein Ausgangspunkt. Strickst du sehr fest oder locker, kann eine andere Stärke sinnvoll sein. Unser Ratgeber hilft dir, die richtige Stricknadel zum Garn auszuwählen.

Material finden: Stricknadeln ansehen · Wolle auswählen

Rapport und Strickschrift richtig lesen

Der Rapport ist die Maschen- und Reihenfolge, die innerhalb eines Musters wiederholt wird. Die Angabe „Maschenzahl teilbar durch 6 + 2“ bedeutet zum Beispiel: Wähle eine durch 6 teilbare Maschenzahl und füge zwei Maschen hinzu. Prüfe in der jeweiligen Anleitung, ob Randmaschen darin bereits enthalten sind oder zusätzlich angeschlagen werden.

Eine Strickschrift wird in Hinreihen normalerweise von rechts nach links gelesen. Rückreihen werden von links nach rechts gelesen, sofern sie eingezeichnet sind. Zeigt die Strickschrift nur Hinreihen, steht in der Legende oder im Begleittext, wie die Rückreihen zu arbeiten sind.

Wichtig: Die Zeichenerklärung gehört immer zur jeweiligen Strickschrift. Dasselbe Symbol kann in einer anderen Anleitung abweichend definiert sein.

Zopfmuster stricken

Bei Zopfmustern werden Maschen miteinander verkreuzt. Liegt die Hilfsnadel vor der Arbeit, neigt sich die Kreuzung in eine andere Richtung als bei einer Hilfsnadel hinter der Arbeit. Das folgende Muster erzeugt eine wiederkehrende Zopfstruktur.

Anleitung für das Zopfmuster

Maschenzahl:** teilbar durch 6 + 2. Vor dem Einsatz im Projekt prüfen, ob zusätzliche Randmaschen benötigt werden.

1. Reihe:

2 Maschen links, dann fortlaufend wiederholen: 2 Maschen auf die Zopfnadel hinter die Arbeit legen, 2 Maschen rechts stricken, die 2 Maschen der Zopfnadel rechts stricken, 2 Maschen links stricken.

2. Reihe und alle weiteren Rückreihen:

Alle Maschen stricken, wie sie erscheinen.

3. Reihe:

1 Masche links, dann fortlaufend wiederholen: 1 Masche auf die Zopfnadel hinter die Arbeit legen, 2 Maschen rechts stricken, die Masche der Zopfnadel links stricken; anschließend 2 Maschen auf die Zopfnadel vor die Arbeit legen, 1 Masche links stricken und die 2 Maschen der Zopfnadel rechts stricken. Bis 1 Masche vor dem Reihenende wiederholen und mit 1 Masche links enden.

5. Reihe:

1 Masche links, 2 Maschen rechts, 2 Maschen links. Dann fortlaufend wiederholen: 2 Maschen auf die Zopfnadel vor die Arbeit legen, 2 Maschen rechts stricken, die 2 Maschen der Zopfnadel rechts stricken, 2 Maschen links stricken. Bis 3 Maschen vor dem Reihenende wiederholen und mit 2 Maschen rechts, 1 Masche links enden.

7. Reihe:

1 Masche links, dann fortlaufend wiederholen: 2 Maschen auf die Zopfnadel vor die Arbeit legen, 1 Masche links stricken, die 2 Maschen der Zopfnadel rechts stricken; anschließend 1 Masche auf die Zopfnadel hinter die Arbeit legen, 2 Maschen rechts stricken und die Masche der Zopfnadel links stricken. Bis 1 Masche vor dem Reihenende wiederholen und mit 1 Masche links enden.

Die 1. bis 8. Reihe fortlaufend wiederholen.

Kontrolle: Markiere jeden Rapport und notiere die zuletzt gestrickte Reihe. Ziehe die Hilfsnadel nicht zu weit von der Arbeit weg, damit die benachbarten Maschen gleichmäßig bleiben.

Strickstück im Zopfmuster

Für eine ausführliche Projektanleitung kannst du anschließend einen keltischen Zopf stricken.

Perlmuster stricken

Das Perlmuster besteht nur aus rechten und linken Maschen. Weil rechte und linke Maschen versetzt übereinanderliegen, entsteht eine gleichmäßige, körnige Struktur. Das Muster rollt sich an den Kanten weniger stark ein als glatt rechts und eignet sich deshalb gut für Schals, Decken oder Blenden.

Anleitung für das kleine Perlmuster

Maschenzahl: teilbar durch 2 + 1, also eine ungerade Maschenzahl. Randmaschen bei Bedarf zusätzlich anschlagen.

Hin- und Rückreihen:

1. Eine Masche rechts stricken.
2. Eine Masche links stricken.
3. Diese beiden Maschen fortlaufend wiederholen.
4. Die Reihe mit einer rechten Masche beenden.

Da die Maschenzahl ungerade ist, beginnt jede Reihe wieder mit einer rechten Masche. So liegen rechte und linke Maschen automatisch versetzt übereinander.

Kontrolle: Über einer rechten Masche der Vorreihe muss auf der neuen Seite eine linke Masche erscheinen und umgekehrt. Entstehen sichtbare Rippen, wurde eine Masche nicht versetzt gestrickt.

gestricktes Perlmuster

Du möchtest das Muster direkt anwenden? Die Anleitung Schal im Perlmuster stricken ist ein passendes Folgeprojekt.

Patentmuster stricken

Patentmuster sind weich, voluminös und elastisch. Beim Vollpatent werden die charakteristischen Maschen in jeder Hin- und Rückreihe gebildet. Beim Halbpatent geschieht das nur in jeder zweiten Reihe. Das folgende Muster ist ein Vollpatent mit Umschlägen.

Anleitung für Vollpatent

Maschenzahl: gerade. Randmaschen nur ergänzen, wenn dein Projekt sie vorsieht.

Vorbereitungsreihe:

1. Einen Umschlag arbeiten.
2. Eine Masche wie zum Linksstricken abheben.
3. Eine Masche rechts stricken.
4. Ab Schritt 1 fortlaufend wiederholen.

Musterreihe:

1. Einen Umschlag arbeiten.
2. Eine Masche wie zum Linksstricken abheben.
3. Die folgende Masche zusammen mit dem Umschlag der Vorreihe rechts zusammenstricken.
4. Ab Schritt 1 fortlaufend wiederholen.

Die Vorbereitungsreihe einmal arbeiten, danach die Musterreihe fortlaufend wiederholen.

Kontrolle: Achte beim Abheben darauf, dass Masche und zugehöriger Umschlag in der nächsten Reihe gemeinsam abgestrickt werden. Eine Rettungsleine durch eine fehlerfreie Reihe erleichtert das Zurückstricken.

Strickstück im Patentmuster

Lochmuster stricken

Lochmuster, auch Lacemuster genannt, entstehen durch Umschläge. Damit sich die Maschenzahl nicht ungewollt verändert, wird jeder zusätzliche Umschlag normalerweise durch eine passende Abnahme ausgeglichen. So entstehen dekorative Öffnungen, ohne dass das Strickstück immer breiter wird.

Anleitung für das vorhandene Lochmuster

Maschenzahl: teilbar durch 6 + 9. Randmaschen entsprechend der vorhandenen Strickschrift und Legende prüfen.

Die vorhandene Strickschrift zeigt die Hinreihen. In den Rückreihen werden alle Maschen und Umschläge links gestrickt.

1. Mit den Maschen vor dem eingezeichneten Rapport beginnen.
2. Den markierten Rapport fortlaufend wiederholen.
3. Mit den Maschen nach dem Rapport enden.
4. Die 1. bis 8. Reihe fortlaufend wiederholen.

Kontrolle: Zähle nach jeder Hinreihe die Maschen. Fehlt ein Umschlag oder wurde eine Abnahme vergessen, verschiebt sich nicht nur die Maschenzahl, sondern auch das gesamte Motiv.

Strickschrift:

Strickschrift zum Lacemuster stricken

Strickstück im Lochmuster gestrickt

 

Welches Garn zeigt Strickmuster besonders gut?

Ein glattes, gleichmäßig verzwirntes und eher einfarbiges Garn macht Strukturen gut sichtbar. Sehr flauschige, unregelmäßige oder stark gemusterte Garne können feine Details verdecken.

Zopfmuster: Ein glattes Garn betont die Kreuzungen. Sehr haarige Garne lassen Konturen verschwimmen.
Lochmuster: Feine, gleichmäßige Garne zeigen die Öffnungen klar. Das fertige Muster entfaltet sich häufig erst nach vorsichtigem Spannen.
Patentmuster: Elastische Garne unterstützen das Volumen; den höheren Garnverbrauch bei der Mengenplanung berücksichtigen.
Perlmuster: Viele glatte Garne funktionieren gut. Bei einem sehr bunten Garn tritt die Oberflächenstruktur optisch zurück.

Strickst du nach einer Modellanleitung, orientiere dich nicht nur am Gewicht des Originalgarns. Lauflänge, Maschenprobe, Faser und empfohlene Nadelstärke müssen zum Projekt passen.

Warum ein Musterstück sinnvoll ist

Stricke vor dem eigentlichen Projekt mindestens zwei vollständige Rapporte in Breite und Höhe. Ein größeres Musterstück zeigt besser, wie sich Garn, Nadelstärke und Muster gemeinsam verhalten.

Prüfe anschließend:

– Ist das Muster deutlich erkennbar?
– Fühlt sich die Fläche passend zum Projekt an?
– Stimmen Breite und Höhe mit der vorgesehenen Maschenprobe überein?
– Rollt sich der Rand ein oder braucht das Projekt eine Blende?
– Wie verändert sich das Muster nach dem Waschen und Trocknen laut Garnpflege?

Erst danach berechnest du die Maschenzahl für dein Projekt. Gerade Patent-, Zopf- und Lochmuster können eine andere Breite haben als glatt rechts gestrickte Flächen.

Häufige Fehler bei Strickmustern

Das Muster verschiebt sich

Prüfe, ob der Rapport korrekt wiederholt wurde und ob Randmaschen in der angegebenen Maschenzahl enthalten sind. Maschenmarkierer zwischen den Rapporten helfen bei längeren Reihen.

Das Lochmuster wird ungewollt breiter

Wahrscheinlich fehlt eine Abnahme zu einem Umschlag. Zähle Umschläge und zugehörige Abnahmen in jeder Hinreihe.

Der Zopf zieht sich stark zusammen

Zopfmuster sind meist schmaler als glatt rechts. Entscheidend ist die gewaschene Musterprobe; zusätzliche Maschen sollten nicht nach Augenmaß ergänzt werden.

Das Patentmuster lässt sich schwer korrigieren

Umschläge und abgehobene Maschen machen das Zurückstricken unübersichtlich. Nutze nach einer sicher gestrickten Reihe eine Rettungsleine und kontrolliere jede Reihe sofort.

Häufige Fragen zu Strickmustern

Welches Strickmuster ist am einfachsten?

Das kleine Perlmuster ist für Anfänger besonders zugänglich, weil es nur aus rechten und linken Maschen besteht. Mit einer ungeraden Maschenzahl wird in jeder Reihe dieselbe Folge gestrickt.

Was bedeutet „Maschenzahl teilbar durch 6 + 2“?

Schlage zunächst eine Maschenzahl an, die sich ohne Rest durch 6 teilen lässt, und ergänze anschließend 2 Maschen. Ob Randmaschen zusätzlich dazukommen, steht in der jeweiligen Anleitung.

Muss ich für jedes Muster eine Maschenprobe stricken?

Für ein Kleidungsstück oder ein Projekt mit festem Maß ja. Muster verändern Breite, Höhe und Garnverbrauch unterschiedlich. Ein Musterstück hilft außerdem, Garn und Nadelstärke zu beurteilen.

Welches Muster eignet sich für einen Schal?

Perl- und Patentmuster eignen sich gut, weil beide eine interessante Oberfläche erzeugen. Beim Patentmuster muss mehr Garn eingeplant werden. Achte bei einem Schal darauf, wie Vorder- und Rückseite wirken.

Fazit

Für den Einstieg ist das Perlmuster die einfachste Wahl. Patent-, Zopf- und Lochmuster erweitern deine Möglichkeiten um Volumen, plastische Strukturen und luftige Motive. Entscheide zuerst nach Projekt und Schwierigkeitsgrad, stricke ein ausreichend großes Musterstück und passe erst danach Maschenzahl, Garn und Nadelstärke an.

Nächster Schritt: Strickanleitung auswählen oder passende Stricknadeln ansehen.